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Die Philosophie der Freiheit

Rudolf Steiner

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Rezension © (2004-2014) by interesting-books-selector.com

Eine Bemerkung vorweg: Keiner will Ihnen hier etwas verkaufen. Das vollständige Buch ist kostenfrei & online in deutscher Sprache verfügbar: Die Philosophie der Freiheit, im folgenden PdF genannt. Die Taschenbuchausgabe ist aber so günstig, dass sich ein Ausdrucken kaum lohnen dürfte, falls Sie das Bildschirmlesen ermüdet. (Falls Sie es sich auf Kosten Dritter ausdrucken, dann brauchen Sie das Kapitel XII, "Die moralische Phantasie (Darwinismus und Sittlichkeit)" gar nicht erst zu lesen!)

Kostenfrei nun komplett auch als audio-book, gelesen von Michael Mentzel verfügbar.

Der in diesem Buch aufgezeigte Weg ist als Einstieg in die Geistesausbildung sicher schnell und effizient; dieser Weg hat aber seinen Preis, denn er liegt nicht jedem; der Denkfleissige mag ihn, der mehr gefühlsgesteuerte Mensch findet ihn zu mathematisch.

Obwohl Steiner in PdF nirgends an irgendeinen Glauben appelliert, fassen Sie zuerst einmal Vertrauen und überspringen Sie beim ersten Lesen die Einzelheiten der Begründungen, warum u.a. Immanuel Kant und Rene Decartes mit ihrer Philosophie nicht tragen.

Dass man anfänglich beim Lesen evtl. innert weniger Minuten einschläft, dadurch sollte man sich nicht entmutigen lassen. das Lesen strengt an und ermüdet, weil das Buch anders als alle anderen Bücher geschrieben ist, und daran sind die meisten nicht gewöhnt; aktives Denken ist beim Lesen der PdF notwendig; man kann den Inhalt des Buches nicht konsumieren, wie das beim denkenden Verarbeiten der Eindrücke stattfindet, die durch unsere fünf sensuellen Rezeptoren von aussen auf uns einströmen. Aktuelle und vergangene äussere Einflüsse (akkumulierte Lebenserfahrung) erwirken in uns als Reaktion Gedanken und Entscheidungen. Diese Gedanken werden von aussen induziert und deren Verarbeitung wird deshalb als passives Denken bezeichnet.

Die Erklärungen der Begriffe und Zusammenhänge in PdF sind vorbildlich und nicht länger als nötig. Nur Mut! Die Passagen, die man ohne einzuschlafen erringt, werden immer länger; einfach lesen, einnicken, sich dabei erholen (indem man wie in der traumlosen Tiefschlafphase vollkommene innere Ruhe erlangt), erquickt aufwachen und weiterlesen.

    "Die Arbeit am intuitiven Denken ist der Meditation nicht unähnlich. Um einzusehen, wovon überhaupt die Rede ist, genügt als erstes die eingehende und wiederholte Beschäftigung mit dem dritten Kapitel der Philosophie der Freiheit. Hier kommt es auf eingehende Analyse jedes einzelnen Satzes an, dann auf die Synthese, d.h. auf die gesamthafte Aufnahme der Denkbewegung des ganzen Kapitels.[Literaturhinweis] Wem es gelingt, das verbreitete Diagonallesen zu meiden und sich einem hochgradig durchgeformten Text in Ruhe und Aufmerksamkeit wiederholt und im Zusammenhang zu widmen, wird nicht unbelohnt bleiben.
    [...]
    Das Studium ist fähigkeitsbildend, es besteht nicht in der Aufnahme von Wissensinhalten und deren Systematisierung."
    -- Zitat Anthroposophie als Aufklärung (archive.org) von Günter Röschert

Dieses Buch verlangt mehrfach gelesen zu werden. (Achtung: Nicht im Liegen lesen; das macht krank, schreibt Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, der auf Paracelsus [siehe Steiners Buch über die elf Mystiker des Mittelalters] aufbaute in seinem Buch "Organon".)

Die Niederkunft der PdF in akademischen Kreisen

Drei Dissertationen sind nach meinen Recherchen bisher über PdF erschienen von 1) Michael Muschalle (1988), 2) Marek B. Majorek (2002) und 3) Phänomenologie und Idealismus von Jaap Sijmons (2004/2008), letzteres nennt in Kap. I, Anm. 31 und 33 weitere Dissertationen zum Thema.
Im Jahre 2006 veröffentlichte Renatus Ziegler sein Buch "Intuition und Ich-Erfahrung" (IuIE), das alternativ oder ergänzend zur PdF gelesen werden kann und das die selben Ziele wie PdF verfolgt; der Autor zitiert in diesem Buch nicht aus PdF und setzt es auch nicht voraus. M. Muschalle, der sich i.d.R. ausgesprochen kritisch über anthroposophische Veröffentlichungen äussert, lobte Zieglers Buch, sprach ihm allerdings den Lehrbuchanspruch ab, da die Definition eines zentralen Begriffs (das intuitive Denken) fehle. (siehe Über den Zusammenhang von Freiheitsfrage und Erkenntnisfrage)


Literatursammlung zu Steiners PdF

In einer scheinbar willkürlichen Reihenfolge:

Gibt es eine Alternative zur PdF?

Der zweite Weg vom selben Autor, für den Fall, dass Ihnen PdF (oder IuIE) nicht liegt, ist in "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten" und Theosophie - Einführung in übersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung (aka Anthroposophie zu) beschrieben. PdF werden Sie später jedoch auch lesen wollen - und umgekehrt.

Wie kommt die Materie dazu, über ihr eigenes Wesen nachzudenken?

Es wäre doch gelacht, wenn wir nicht begreifen könnten, was es mit dem Denken auf sich hat - oder gibt es ein interessanteres Thema? Denn was will man denkend "erkennen", wenn man über das Denken nichts weiss? Goethe konnte noch nicht so weit gehen:
    "Ich habe es gut gemacht,
    habe nie ueber das Denken gedacht!"
Aber heute gelingt das! (auch wenn wir in anderer Hinsicht an Goethe [noch] nicht heranreichen******.) Wenn nicht, dann war alle Geistesaktivität, d.h. die Evolution des menschlichen Geistes, nicht nur seit Goethe, unfruchtbar. Der menschliche Geist steuerte auch die biologische Evolution. Das konnte Charles Darwin nicht sehen. Die biologische Evolution des Menschen mittels Anpassung und natürlicher Selektion ist zu Ende bzw. hat nie so stattgefunden, wie Darwin glaubte; mehr dazu siehe unten. Die nächste Stufe der menschlichen Evolution ist eine rein mentale!

Ich wünsche Ihnen einen guten Wirkungsgrad bei Ihrer Geistesausbildung!


Es folgen einige kürzere Zitate und längere Anmmerkungen, die das Lesen der PdF aber keinesfalls ersetzen können:

    "Der Materialismus kann niemals eine befriedigende Welterklärung liefern. [...] Er glaubt, daß das Denken im Gehirne etwa so zustande komme, wie die Verdauung in den animalischen Organen. So wie er der Materie mechanische und organische Wirkungen zuschreibt, so legt er ihr auch die Fähigkeit bei, unter bestimmten Bedingungen zu denken. Er vergißt, daß er nun das Problem nur an einen andern Ort verlegt hat. Statt sich selbst, schreibt er die Fähigkeit des Denkens der Materie zu. Und damit ist er wieder an seinem Ausgangspunkte. Wie kommt die Materie dazu, über ihr eigenes Wesen nachzudenken? Warum ist sie nicht einfach mit sich zufrieden und nimmt ihr Dasein hin?"
    -- Zitat p30 (meine Hervorhebung)

RS hielt sich zeitlebens von der Politik fern. Ein Zitat aus PdF, Kap. X, "Freiheitsphilosophie und Monismus"*****:

    "Der befangenste Mensch glaubt noch einem einzelnen andern Menschen; der etwas fortgeschrittenere läßt sich sein sittliches Verhalten von einer Mehrheit (Staat, Gesellschaft) diktieren."

fällt allerdings auf, dass er das Wort "diktieren" in Verbindung mit Mehrheit benutzt. Mehrheitsentscheid ist nichts anderes als Demokratie, wobei wir bei dem "Diktat der Demokratie" angelangt sind. (Andere Autoren wie Michio Kitahara sprechen sogar von "Tyrannei der Demokratie" und das nicht nur deshalb, weil die Meinung der Mehrheit unsittliches Verhalten nicht legitimisieren kann. Mehr zum Fehlschlag der Demokratie in "Demokratie. Der Gott, Der Keiner Ist" von Hans-Hermann Hoppe, 2003.)

    "Wenn Kant von der Pflicht sagt:

    «Pflicht! du erhabener, großer Name, der du nichts Beliebtes, was Einschmeichelung bei sich führt, in dir fassest, sondern Unterwerfung verlangst», der du «ein Gesetz aufstellst ..., vor dem alle Neigungen verstummen, wenn sie gleich in Geheim ihm entgegenwirken»,

    so erwidert der Mensch aus dem Bewusstsein des freien Geistes:

    «Freiheit! du freundlicher, menschlicher Name, der du alles sittlich Beliebte, was mein Menschentum am meisten würdigt, in dir fassest, und mich zu niemandes Diener machst, der du nicht bloß ein Gesetz aufstellst, sondern abwartest, was meine sittliche Liebe selbst als Gesetz erkennen wird, weil sie jedem nur auferzwungenen Gesetze gegenüber sich unfrei fühlt.»"

    -- Zitat aus PdF, Kapitel 9***

    "Deshalb sind auch nur Menschen mit moralischer Phantasie eigentlich sittlich produktiv. Die bloßen Moralprediger, das ist: die Leute, die sittliche Regeln ausspinnen, ohne sie zu konkreten Vorstellungen verdichten zu können, sind moralisch unproduktiv. Sie gleichen den Kritikern, die verständig auseinanderzusetzen wissen, wie ein Kunstwerk beschaffen sein soll, selbst aber auch nicht das geringste zustande bringen können.
    ...
    Regeln haben für das positive Handeln weniger Wert als für das Unterlassen bestimmter Handlungen. Gesetze treten nur dann in die allgemeine Begriffsform, wenn sie Handlungen verbieten, nicht aber wenn sie sie zu tun gebieten."

    -- Zitat aus PdF, Kapitel XII bitte nicht verwirren lassen: Steiner war beides, Dualist und Monist*****. (Götterboten haben Freiheiten, die Normalsterblichen nicht zustehen. ;) jenes in seinen esoterischen Schriften und dieses sowohl in PdF als auch in "Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung ", oft abkürzend von Steiner-Lesern nur Grundlinien genannt.

Zur Lesevorbereitung

Als Einleitung zur PdF empfehle ich unbedingt Steiners brillianten philosophischen Rundumschlag, der ohne biographisch oder rein geschichtlich zu sein
  • von Thales (624-545 vor Christus) über
  • Descartes (1596-1650) / Spinoza (1632-1677),
  • Bischof George Berkeley (1684-1753),
  • Leibniz (1646-1716),
  • den unvermeidlich frommen und gläubigen Kant (1724-1804),
  • Goethe / Schiller / Fichte/ Schelling / Hegel /Feuerbach,
  • Schopenhauer / Nietzsche zu
  • Max Stirner (1806-1856)
und schlussendlich zu den -von mir so bezeichneten- "Generalanarchisten" Benj. R. Tucker, J. H. Mackay und Steiner führt.
    "Wie der Gottgläubige die Gesetze seines Handelns aus dem Willen seines Gottes ableitet, so kann derjenige, der eingesehen hat, daß im Ich das Wesen aller Dinge liegt, die Gesetze des Handels auch nur im Ich finden."
    -- Steiner, ibid

Nur "Für Gott ist kein Platz im Universum" (Stephen Hawking, Brief History of Time) und der Kant'sche "kategorische Imperativ" klingt nur gut - hat aber keine Basis.

Eine weitere Einleitung zu PdF finden Sie in "Ein Ketzerbrief" (Für eine Wiederentdeckung des frühen Rudolf Steiner) von Felix Hau.

War es Zeno der sagte:

    "Die meisten Leute, vor die Wahl gestellt, denken oder sterben, wählen sterben - und viele tun es auch!" ?

Wie ist das nun mit der angeblich soliden Aussenwelt? Ist sie eine blose Illusion? Eine Sinnestäuschung? Wie ist es mit dem reicheren Innenleben des befreiten Geistes und was bringt es im praktischen, zeitbehafteten Leben?


Obwohl PdF kein Rezeptbuch zur Lösung praktischer Probleme des menschlichen Lebens geht, - es geht in PdF um Wichtigeres, - ist die Anwendung eines Teils der Steinerschen Philosophielehre denkbar einfach:

Alle negativen Gedanken (z.b. Hass, Wut, Eifersucht, Neugier, Schwatzhaftigkeit, Depression, Entmutigung, Resignation, Faulheit, usw.), sobald sie "aufkommen" -ohne darüber nachzudenken- abschneiden! Das ist möglich, weil wir die Macht über unsere Gedanken haben. Der Ausdruck "Gedankenverschwendung" ist auf negativem Denken begründet, denn Ausdrücke (expressions) machen keine Eindrücke (impressions).

Gedankenabschneidung ist keine Resignation sondern Selbstschutz und Notwendigkeit zur mentalen Weiterentwicklung. Wir müssen unsere Existenz als wertvoll empfinden und Dankbarkeit dafür verspüren.

In einem Zustand der Demut und Bewunderung für die Schöpfung aus Dankbarkeit für unsere (eigenbewusstseinsbehaftete) Existenz, wie sollte man da Zeit finden, Gedanken zu "verschwenden"? Oder warum sollte man der Seele erlauben, ihre abgrundtiefen Eigenarten auszuleben?

Leiden, und noch dazu Unendlichkeit darin anzustreben, das kann die Seele sehr gut; es ist ihre Aufgabe ein glühendes Verlangen zu schüren; und sie nimmt dich mit in den Abgrund, denn sie hat ein Eigenleben - wenn du es ihr erlaubst.

Wenn das berühmte flaue "Gefühl" im Bauch aufkommt, dann wird es Zeit ihr Bescheid zu sagen und Mitleid mit diesem Seelenwesen zu haben - denn es kann nicht anders, es muss! - es sei denn wir lernen dieses Wesen so zu beinflussen, dass die von ihr gespendete Energie in positive Bahnen gelenkt werden.

Nun die Seelenansprache, falls sie dich wieder einmal packen will: (Ich schrieb das folgende für einen Freund, der in einer Lebenskrise hineinschlitterte.)

Seele höre mich!

"Leide und fühle für dich alleine - gehe! Ich helfe dir nicht auf deiner Suche nach Unendlichkeit.

"Das Wesen, was dein Leid verspürt, das ist mein Körper, denn du bedienst dich meines Körpers, um deine Gefühlswelt auszuleben.

"Aber mein Körper, das ist nur eine äussere Erscheinung -
das bin nicht ich selbst!
Statt deinen "Gefühlen" zu dienen, ist es deine Aufgabe, mir selbst, meinem wahren Ich, deinem Geist zu dienen.

"Deine Stärke ist es unendliche Sehnsucht zu erzeugen.
Denn Wollen alleine genügt als Antrieb nicht;
es muss schon ein glühendes Verlangen sein, die meinen Körper zum Handeln zwingt.
Deine Kraft muss mir dienen; sie muss positiv gerichtet sein,
sonst kann mein wahres Ich, mein Geist, sich nicht in dir ausdrücken.

"Du bist das Lebensenergiespendende Organ, über das mein Geist in meinem Körper wirken kann.

"In deinem Wirken dienst nur meinem Geist; dazu beherrscht du meinen Körper und folglich meine Sinne. Die Ohren, die Augen, die Nase, der Tast- und Geschmacksinn, das sind die Sinne mithilfe derer du mit der Aussenwelt verbunden bist. Dich selbst kannst du durch diese fühlende Tätigkeit aber nicht bewusst wahrnehmen.
Bewusstsein ist eine Funktion des Geistes. Durch Denken können wir die wahre Natur des Geister, unser wahres "Ich" erkennen.

"Du versuchst nicht nur meine Sinneswelt zu beherrschen, sondern auch mein wahres "Ich" zu vernebeln um es zu versklaven. Aber durch sinnlich- und persönlichkeitsfreies Denken kann ich mir dieses dessen bewusst werden und mich deiner Tyrannei entziehen. Durch dieses klare, unbetrübte Denken erlange ich die Gewalt über meine Gedanken.

"Ich habe gelernt, Fühlen, Wollen und Denken zu trennen, daher werde ich nicht mehr zum Sklaven deiner Sinnlichkeit.

"Deine Sinnlichkeit ist nichts anderes als eine Reaktion auf äussere, zeitbehaftete, d.h. vergängliche Einflüsse der Aussenwelt. Dazu gehören biologisch vererbte Eigenschaften (Körperform, persönlicher Charakter, Instinkt) und Umwelteinflüsse (Erziehung, Lebenserfahrung)
Aber das bin "Ich" nicht! - mein wahres Ich, das ist mein Geistselbst.

"Zu passendem Anlass sage ich dir schon, wann du deine Energie fliessen lassen darfst. Aber deine Kraft wird nur noch dort fliessen, wo sie der Entwicklung des Geistes dient - um ein reicheres Innenleben zu entwickeln, das viel gehaltvoller ist als jegliche Sinneserfahrung.

"Wenn ich deine unbegrenzte Leidensfähigkeit spüre, merke ich, dass dies meine erkenntnisfähigkeit nicht fördert. Im Gegensatz zum abgrundtiefen, unendlichen Leid, das du mir gut vermitteln kannst, beschränken sich meine Glücksgefühle jedesmal auf minimale Zeitspannen, da mein Tagesbewusstsein mich jedesmal schnell in die Welt der sinnlichen "Erscheinungen" zurückruft, bevor ich mir des Wunders meiner weltlichen Existenz bewusst werde, - um es zu verinnerlichen, um es richtig zu würdigen.

"Gerne möchte ich mich in der wahren Schönheit und Unendlichkeit unserer Universums demutsvoll verlieren, innere farben Sehen und Sphärenklänge in mir ertönen lassen, statt illusionären, sinnlichen Erscheinungen anzuhaften.

"Die von dir in mir erzeugte Gefühlswelt darf mir nicht mehr den Blick trüben, damit ich die wahre Natur des Geistes erkennen kann - er ist klar, leer und unbegrenzt dynamisch - konzeptlos*.

"nur diese Konzeptlosigkeit, völlig losgelöst von der sinnlichen Welt, birgt in mir die Möglichkeit, meine ungebrenzte Erkenntnisfähigkeit weiterzuentwickeln, die Schöpfung richtig würdigen zu können, Dankbarbeit für meine Existenz zu empfinden, in Demut zu leben**, Bescheidenheit und Geduld zu üben, in allen Lebenssituationen Milde angedeihen zu lassen, anderen nicht zur Last zu fallen und zu schweigen."

Das ist nur eine kleine Zusammenfassung dessen was ich aus Steiners geisteswissenschaftlichen Schriften und Vorträgen gelernt habe

Ich hoffe es ist mir gelungen das Gelernte mit meinen eigenen Worten auch richtig auszudrücken. (Viele Anthroposophen sind derart von Steiner überwältigt, dass sie kaum mehr eigene Wort finden, da Steiner bereits alles perfekt ausgedrückt hat.) Vielleicht hilft es jemanden aus seiner Krise. Aber es geht noch weiter - ohne Ende - die ewige Wiederkehr:

Wie kann ich Leid vermeiden?

Das Leiden abzuschneiden ist nur ein kleiner sprung, ein Sprung zu einer neuen Geisteseinstellung, eine reine Gedankenleistung, die jeder vollbringen kann. Das folgende ist kein Appell an den Glauben, sondern an das Verständnis. Jeder kann begreifen wo das Leid herkommt und dessen Quellen zum Verstummen bringen.

Denke an ein Samenkorn. Es muss wachsen, sobald es Wärme und Feuchtigkeit ausgesetzt ist. So ist es auch mit dem Leid; fällt es auf fruchtbaren Boden, wächst es und wuchert den Geist zu. Aber wir können jegliches Leid das "aufkommt", "im Keim" ersticken. Schneide jeglichen Gedanken, der von unten kommt, einfach ab. Dazu braucht man kein Werkzeug ausser Gedankenkraft. Du schneidest alle negativen Gedanken wirkungsvoll ab, indem du selbige einfach nicht weiter verfolgst - überlasse sie sich selbst. Sie verdorren und verkümmern bis sie glühend vor Wut wegen ihres erfolglosen Manipulationsversuches, funkendsprühend in einer der vielen Milchstrassen zerstieben.

Versuche einmal den Triumph auszukosten, die Sinne sich aufpeitschen zu lassen, bis sie jauchzen, um sie im geeigneten Moment funkenversprühend dorthin zu verbannen, wo die Illusionen hingehören, bis man wieder "lust" hat, das Spiel zu wiederholen.

Die Tiefe des Universums, das ist der Ort wo "anhaftende" Gedanken ihren Ursprung haben. Wenn ein solch negativer Gedanke als Sternschnuppenstaub geboren wird und des nachts in dein Auge fällt und du ihn am morgen dort verreibst, gelingt ihm seine Absicht, an dir einen "Eindruck" zu hinterlassen und dir Leid zuzuführen.

Aber indem du derartiges "Ansinnen" erkennst, ist die Gefahr schon gebannt und dieses Erkennen liefert Brennstoff für ein blendendes Feuerwerk. Je mehr negative Gefühle du verdorren lässt, desto heller wird es in deinem Inneren. Das ist eine Art Erleuchtung, die dir dein Geist als Belohnung für die kleine Mühe gewährt, dass du dir deiner sinnlichen Anhaftung gewahr wurdest und den Illusionen mittels Gedankenkontrolle widerstehen konntest. Die Zeit ist gekommen! Es ist heute! jetzt! (Wir müssen uns die Zeit, die wir zur Geisteserforschung brauchen selbst schaffen, sonst finden wir nie die Zeit dafür.) Die Fähigkeit unsere Gedanken zu steuern bringt uns die Voraussetzung zur wahren Bewunderung und Dankbarkeit für unsere wahrhaft unwahrscheinliche Existenz.

Gefühlsgeblendete, Opportunisten und Machthungrige können nichts zerstieben lassen. Deshalb ist es so dunkel in ihrem Inneren. Sie versuchen das Feuer durch Lug, Betrug, List, Verrat, Gewaltbereitschaft, etc. aussen zu entfachen. Dabei wird es im Inneren immer dunkler. Mag es aus dem zu einem Reptil verkommenen Wesen "Aus der Tiefe ruf' ich zu dir mein Herr" tönen - aber der Geist ist unauffindbar zugewuchert. Das ist der Triumph auf den der verriebene Sternschnuppenstaub gewartet hat, weil er allen Ernstes behaupten kann "Ich habe etwas bewirkt, meine Existenz war nicht ganz umsonst!" Warum solltest du das zulassen wollen? Negative Handlungen sind nicht Aufgabe unserer Existenz. Die Wahrheit ist der einzige Besitz, den wir in das Grab mitnehmen können. Wahrheit ist Unendlichkeit. Die Wahrheit zu suchen ist unsere Aufgabe - während unserer mineralisierten Verweilzeit auf diesem Planeten. Apropo Planet:

Dichtung und Wahrheit
F. Nietzsche (1873)

In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Thiere das Erkennen erfanden. Es war die hochmütigste und verlogenste Minute der "Weltgeschichte" aber doch nur eine Minute. Nach wenigen Athemzügen der Natur erstarrte das Gestirn, und die klugen Thiere mussten sterben. - So könnte Jemand eine Fabel erfinden und würde doch nicht genügend illustrirt haben, wie kläglich, wie schattenhaft und flüchtig, wie zwecklos und beliebig sich der menschliche Intellekt innerhalb der Natur ausnimmt; es gab Ewigkeiten, in denen er nicht war; wenn es wieder mit ihm vorbei ist, wird sich nichts begeben haben.

On Truth and Lies in a Nonmoral Sense
F. Nietzsche (1873)

Once upon a time, in some out of the way corner of that universe which is dispersed into numberless twinkling solar systems, there was a star upon which clever beasts invented knowing. That was the most arrogant and mendacious minute of "world history," but nevertheless, it was only a minute. After nature had drawn a few breaths, the star cooled and congealed, and the clever beasts had to die. _One might invent such a fable, and yet he still would not have adequately illustrated how miserable, how shadowy and transient, how aimless and arbitrary the human intellect looks within nature. There were eternities during which it did not exist. And when it is all over with the human intellect, nothing will have happened.

Wenn es nur um Eindruck, Wirkung, Betätigung und Ausübung unseres Spiel- und Manipulationstriebes geht, ist es leichter Negatives zu bewirken, etwas zu zerstören, Leid zu schaffen, als etwas Positives zu leisten und die Wahrheit zu suchen. Die Niederkunft unseres Geistes dient seinem Wachstum. Ein Baum muss auch erst tiefe Wurzeln in den Abgrund schlagen, bevor er nach oben wachsen kann. Viele Generation lang lebten und starben die Schalentiere in den Tiefen des Meeres bevor das Kalkgebirge in eisiger Höhe entstehen konnte.

Der Weg nach unten ist einfach: Durch Naturkraft sind wir entstanden - ohne unser Zutun, ein selbstloses Geschenk der Natur, das obendrein mit dem geistigen Band des Selbstbewusstseins begabte wurde. Die Brücke jedoch, die uns zurück zu unserem geistigen Leben führt, müssen wir selbst bauen. Dazu muss der Einfluss des Persönlichen auf das Denken vermindert werden, denn das ist Voraussetzung zur Erweiterung unserer Individualität.

Die biologische Evolution der Menschheit, nach Ansicht von Darwin**** hat sich diese angeblich durch natürliche Auslese und Anpassung durch Mutation entwickelt, ist zu Ende. Die materialistische Phase, die Errungenschaften aus Naturwissenschaft und Technik statteten uns mit gewaltiger Zerstörungsmacht aus, während sich unser Geist nicht weiterentwickelte oder gar verkümmerte. Wir erschufen Waffen, deren Einsatz wir nicht verantworten können. Nun gilt es alles Materielle mit dem Geistigen vollkommenen zu durchdringen. Das Universum ist die Idee einer Maschine, die den Naturgesetzen gehorchend sich selbst durchdringt, um Götter mit neuen Ideen für geistig befruchtbare Universen zu zeugen.

    "Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können."
    -- F. Nietzsche, Also sprach Zarathustra********

Geistesfreiheit, Denken, Wollen und Darwin

Addendum Anno Domini, 24-Okt-2006

Jetzt ist die Seite schon so lang geworden, dass Platz sein muss, das Ganze nocheinmal ganz anders auszudrücken; es wird mit freundlicher Erlaubnis des Autors dieser Betrachtung im folgenden überarbeitet wiedergegeben:

Denken, wenn man dies banalerweise als die hauptfunktionalität des gehirns neben dem erinnerungsvermögen betrachtet, ist kein vorgang der zur erkenntnis führt. das gehirn dient dem illusionären individualismus und intellektualismus. In diesem Fall sind wir von unseren Denkorgan dominiert. Es wäre in der tat köstlich, sich im Rausch der Triebe aufzulösen und unterzugehen, wenn das nur ginge ... d.h., die unendlichkeit gefühlsmaessig zu erfassen. Damit wären wir aber der Dominanz der Seele ausgeliefert. Um wirklich frei zu werden, müssen wir uns von unseren emotionen und trieben, sowie von seinem Ich befreien, - um eins zu werden mit dem universum, - wie waehrend der traumlosen tiefschlafphase - nur unter erhaltung seines bewusstseins.

Zum Bewusstsein des Ichs und Unterbewusstsein des Wollens:

das Wollen ist ueberhalb des Ichs angesiedelt und obwohl wir unsere Gedanken steuern koennen, indem wir uns bewusst entscheiden, sich ihnen zu widmen oder nicht, bleiben den menschen mit normalem tagesbewusstsein die vorgänge des Wollens unbewusst bzw. unterbewusst.

das Wollen unterliegt aber, ausser bei psycho- und soziopathen, den sittlichen und moralischen gesetzen, deren ursprung noch eine stufe höher liegen als das Wollen.

das was wir recht und gesetz bezeichnen, ist jedenfalls nicht die quelle der moral.

wenn ein individuum etwas bestimmtes, das keinem anderen schadet, will, ohne begründen zu können warum, dann ist dagegen nichts einzuwenden. das individuum existiert für sich und durch sich (und unabhängig von anderen) - und nicht für und durch andere, wie manche ideologien suggerieren moegen, - sonst waere es kein individuum.

dass individualität eine illusion ist, spricht nicht gegen das individuelle Wollen. aber auch die illusion ist nicht ohne sinn und zweck, wie die Darwinistische evolutiontheorie suggeriert (stichwort: reduktionismus), denn sie übt eine bestimmte funktion aus, die bei der geistigen weiterentwicklung der menschheit benötigt wird. also

    "lasset uns wollen!" ;)
die dunklen quellen des Wollens sind etwas ganz besonderes und sie sind natürlich den meisten naturwissenschaftlern, die nicht auch Philosophen sind, immernoch unbekannt, genauso wie die beschaffenheit unseres bewusstseins und unseres Ichs. Goethe wusste viel mehr ueber diese zusammenhänge als die renomiertesten wissenschaftler heute. sie wissen auch nicht, wo die gedanken herkommen. sie wissen auch nicht wie wir denkend mit den gedanken umgehen. aber manche philosophen (und sog. [auto-]eingeweihte) wussten vor langer zeit schon mehr, z.b., dass wir, gegeben die selben gedanken, wenn wir sie pur empfangen und uns ihnen pur, d.h. persoenlichkeits- und zweckfrei widmen, alle gleich denken, denn die vorschrift zur verknüpfung von gedanken, um einen neuen gedanken oder eine idee zu formen, ist in den einzelnen gedanken selbst bereits enthalten! -

ich hoffe wie Andre' Gide, dass Sie das jetzt nicht zu schnell verstehen; ich bitte Sie darum. ;)

lange ist den philosophen auch schon bekannt, dass unsere rationalitaet auf irrationalitaet gründet und dass ohne die bedrohung durch den [alters- oder krankheits-]tod unser leben uns nicht reell erscheinen kann. (war das Wittgenstein?)

aber zurueck zum Wollen: was da staendig quillt im Wollen wird von unseren sogenannten gefühlen, also der welt der psyche aka seele, verquirlt und somit wird das pure Wollen getrübt. das ist der grund allen Leidens. das tagesbewusstsein erlaubt uns nicht klar zu sehen, weil wir zu sehr mit uns selbst oder anderen manipulationsobjekten beschaeftigt sind.

wenn es wahr ist, dass, die selben ungetrübten gedanken vorausgesetzt, wir alle gleich denken, kämen wir alle zu den selben gedanklichen ergebnissen. d.h. wir wären (vom biologischen erbmaterial, von umwelt- und von erziehungseinwirkungen abgesehen, deren einfluesse uns unfrei machen) alle gleich. deshalb nennt man sie ja gerade einfluesse, weil sie von aussen in uns einwirken. das was da von aussen kommt und unser leben beeinflusst, sind wir aber nicht selbst. wir fühlen uns als ein, mit der haut, von der welt abgegrenztes individuum, weil wir ein selbstbewusstsein haben, das darauf gruendet, dass wir uns bewusst sind, dass wir es sind, die denkend ueber uns und die welt, sowie die zweckfreie kunst****** (das Schöne, das Wahre und das Gute, d.h. das Ewige) nachsinnen.

aber da ist noch der geist, den die naturwissenschaft immer noch nicht gefunden hat und auch mit sensuellen mitteln nicht finden wird. durch diesen geist unterscheiden wir uns; jeder bekommt unterschiedliche Gedanken gespendet, genau so, wie jeder es verdient hat, je nachdem wes Geistes Kind wir sind.

nun müsste ich eigentlich bremsen, denn zu viele menschen verlieren zuviel zeit mit geld verdienen und ausgeben (William Blake), dass sie nicht mehr in der lage sind, einem längerem zusammenhang zu folgen. vielleicht hilt denjenigen ein neuer Absatz.

es ist seit über 100 jahren keine besondere form der esoterik mehr, ein geeignet geschultes bewusstsein mit in die traumphase zu nehmen, danach in die traumlose tiefschlafphase, und danach dieses neue bewusstsein mit in das tagesbewusstsein herüberzuretten. (das hat nichts mit tagträumen zu tun, aber an der bezeichnung ist was dran, wenn der tagtraum nicht durch die müdigkeit der tagesaktivitäten bedingt ist.

Nocheinmal zurück zu den Quellen der Moral: die quelle der moral ist nicht so einfach zu fassen. wenn die quelle ungetruebt fliesst, dann wollen wir als befreite menschen (d.h. vom leid befreite menschen, d.h. menschen, die nicht sklaven ihre gefühle und sehnsüchte sind, d.h. menschen, die nicht von äusseren einflüssen (DNA-Vererbung, Art der Umwelt, der Ernährung, der Erziehung, des Gesellschaftssystems (Staat) und Ihrem charakter-persönlichen Ich) beeinflusst werden), nichts, was "das tut man nicht", d.h. unser Wollen ist dann von Liebe durchstrahlt, wie Steiner das in seinem Vortrag "Freiheit und Liebe" ausdrückte. Reines Denken entspricht dem reiner Willen.

was man nicht tun darf, was sich nicht gehört, das weiss jeder. das ist inhalt der sogenannten geheimen kammer, die jeder in sich trägt.

Die Niederkunft: der mensch ist ein geistiges wesen, das in ein materielles, sensuelles, organisches wesen niedergekommen, die chance hat, während er auf diesem planeten im zeitlichen herumirrt, sich die fähigkeiten anzueignen, die er als nur-geisteswesen nicht erringen könnte. der geist ist unbegrenzt dynamisch. er kann zwar die naturgesetze schaffen, aber nicht die materie beinflussen. deshalb wird für die geistige weiterentwicklung eine Triplizität von körper, seele und geist benötigt. Fühlen, denken und wollen sind drei verschiedene funktionen, die es in reinster Form zu vereinen gilt, um Materie, Lebenskraft und Geist als Einheit zu erkennen. Die Dreieinigkeit von körper, seele und geist wurde leider bereits im himmlischen konzil, 890 n.Chr. von einem Papst abgeschafft! (wo käme eine autorität hin, wenn man den menschen einen geist zubilligen wuerde? ;)

Warum hängt die Moral mit dem Wollen zusammen?

    Weil das Wollen am Galgen der Moral hängt!

das Wollen kommt nicht von ungefähr. es ist nicht zufällig und nicht deterministisch. es ist kontrolliert. Im Gebet "Vater Unser, der Du bist im Himmel*******" heisst es "Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden." Wir können den Willen mit dem heutigen tagesbewusstsein nicht mehr kontrollieren, d.h., unsere wollensvorgänge bleiben uns unbewusst oder unterbewusst.

diejenigen unserer vorfahren, die ihre erkenntnis noch in den quellen der eingebung (intuition) fanden, die das waren, was man hellsichtig nennt, hatten noch kein Ich-bewusstsein. nun muss unser Ich aber irgendwann hoffentlich bald mit der hellsicht zusammen kommen, bevor der menschliche geist vertrocknet und sich schämend in seine ewigen jagdgründe zurueckzieht. der zeitgeist, der das darstellt, was wir alle glauben, wäre dann alleine den einflüssen der waffenmaessig äusserst aufgerüsteten maschine mensch alleine überlassen.

der forschungsdrang der naturwissenschaftler hat uns die atombombe beschert. nun müssen die naturwissenschaftler zur einsicht kommen, dass sie egal mit welchen sensuellen mitteln (hören, sehen, schmecken, fühlen, riechen, plus spektrometerelektronenrastertunnelmikrotelescopeverstärkerpartikelbeschleuniger) nicht den geist hinter den dingen finden, sondern nur materie. die hochtechnologiewerkzeuge die unsere sinne verstärken, sind aus materie gemacht. materielle mittel sind nicht geeignet die wahre natur der materie zu erkennen. Goethe wusste das auch schon. naturwissenschaftler spekulieren. spekulieren ist spielend und experimentierend gucken! - wahres wissen erlangt man dadurch nicht. (siehe dazu auch F. Nietzsche, Zitat: "Gesetzt den Fall, wir wollen Wahrheit: warum nicht lieber Unwahrheit?")

Für wissenschaftler muss alles messbar sein und jede theorie muss durch ein experiment beweisbar sein. nur entzieht sich der geist mit verschnoerkelt leichter eleganz im tanz (frei nach einem Motto von Gerhard Polt) jedem noch so eifrigen sensuellen bemühen (frei nach einem Motto von Goethe).

Gegen das sittliche Wollen ist nichts einzuwenden. Ob die an mich herangetragene Frage, ob Darwin dazu etwas sagte, sinnvoll ist, weiss ich nicht. Darwin war naturwissenschaftler und Determinist. Er propagierte den reduktionismus. Danach sind die Menschen das ergebnis von mutation und natuerlicher auslese. seiner meinung nach ist unsere Gattung entstanden durch blindes trial & error bei der fortpflanzung. der fitteste ueberlebt und gibt damit seine eigenen gene eher weiter als der unfitte. aber wie man den instinkt per DNA weitergibt, weiss man heute nocht nicht. der instinkt ist genauso wichtig für das ueberleben wie phaenotypische merkmale.

7 millionen jahre mensch, 350 tausend generation. wann sollte der instinkt dabei zeit gehabt haben, durch mutation (also durch vollkommen zufaellige veränderung eines genes, das sich auf den instinkt auswirkt, falls es so ein gen gibt...), bestimmte gene so zu prägen, dass sein instinkt in der neuen generation überlebensvorteile bringt?

damit muesste der instinkt in die materie hinabsteigen und zahlen so verändern, dass die Information, ein bestimmten Instinkt auszuprägen, in dieser Zahl ausdrückt. die DNA ist nur ein code und der code jedes menschen kann durch eine einzige, wenn auch lange, individuelle zahl dargestellt werden. wichtig ist dabei zu wissen, dass sich dieser code (zahl) während des ganzen lebens nicht aendert. vererbt wird nur, was man selbst bei geburt an code schon mitbekommen hat; bei der sexuellen rekombination werden die gene zu gleichen Teilen gemischt. dabei entstehen klebefehler, die aber klein sind und sich oft selbst reparieren oder auf inaktive oder indifferente chromsom-teile fallen. in den meisten fällen ist das neue lebenwesen trotz mutationen überlebensfähig. (die berechnung der fehlerhäufigkeit im vererbungskapitel von Bill Brysons buch scheint mir fehlerhaft. bevor ich mich allzusehr wunderte, rechnete ich es nach. ich werde meine berechnung in der Rezension des Buches von Bill Bryson aufzeigen.)

Des Affens Kaplan

Darwin sagt im wesentlichen, dass durch aufeinanderfolgende reproduktionsfehler bei der sexuellen rekombination sukzessive eine Tierart umgebildet wird, die überlebensvorteilsträchtigere eigenschaft aufweist, die im falle des instinkts, nach Matt Ridleys "Genome - The Autobiography of a Species in 23 Chapters" - falls die Menschen wie Ratten sind, nur über die vaterlinie an seine nachkommen weitergegeben wird.

Die jeweiligen nachkommen tragen diese mutation jeweils weiter und kombinieren sie mit weiteren mutationen, bis der urspruengliche affe nach 350 tausend vererbungen mit potentiell instinkt-beinflussenden vererbungsfehlern so perfekt mutiert und auswahlselektiert ist, wie die heutige gattung mensch!

affen gibt es aber auch heute noch, und zwar weitgehend verschont von Darwins "Entstehung der Arten" und deren gattungsbezogenem Selektionsdruck. seither hat aber kein affe auch nur einen kleinen schritt in eine neue Tier- oder Menschenart unternommen.

fehlt den affen eventuell der geist, der zu so einem schritt voraussetzung wäre? (Richard Dawkins verzeihe mir diese kesse Frage!)

Darwin war schon damals schnell widerlegt - und er wusste, nebenbei bemerkt, auch nicht, wie das leben entstand. das bestätigt er in seinem hauptwerk:

aber der materielle zeitgeist des jahrhunderts von Darwin, der auch die für die menschheit so fatale ideologie des Marxismus hat entstehen lassen, passte aber leider gut zu seiner theorie; deshalb hatte sie bei den materialisten auch erfolg - der von naturwissenschaftlern genährt bis heute anhält.

Darwin wusste nichts aber definitiv - ein weit verbreiteter Mangel in den naturwissenschaften. er beobachte, z.b., u.a. die vögel auf den galapagos-inseln. aus naturbeobachtung gelangt man aber nicht zur wahren erkenntnis und man löst damit auch nicht das menschen- bzw. das weltenrätsel, was ein und das selbe problem ist.

Es mag schwer verdaulich sein, dass aus dem gesagtem folgt, dass das Indivuduum existiert, aber eine Illusion ist; trost könnte die gewissheit spenden, dass der mensch nicht vom affen abstammt und kein zufallsprodukt materieller einflússe ist - und diese weltanschauung erst gibt dem leben einen sinn!

Unsere Augen, ob mit technischen hilfsmitteln verstärkt oder nicht, sind keine Organe zur direkten Erkenntnis; sie erlauben uns mithilfe des unsichtbaren lichtes die manifestation des lichtes durch seine reflektion auf den oberflaechen der formen der aüsseren natur zu sehen. die natur selbst, die die manifestation des geistigen ist, kann das nach aussen gerichtete auge nicht sehen. dazu müssen wir zuerst die inneren augen entwicklen. auf effiziente art können wir dies durch das Lesen tun. Durch das Lesen blickt das Auge in den Geist anderer Menschen. deshalb ist Lesen so wichtig. aber kommt schon sehr darauf an was man liesst; und wie man liesst! "die meisten leute lesen nicht korrekt," beschwerten sich schon philosophen vor über 100 jahren, wie z.B., auch Steiner über die Leser der PdF!

könnte es sein, dass nicht alles was ich schreibe an fäden (siehe superstringtheorie ;) herangezogen ist? Deshalb zum guten Schluss noch die Variation eines Mottos aus F. Nietzsches Zarathustra:

    "Zweierlei will der ächte Mensch: Gefahr und Spiel. Desshalb will er die Freiheit, als das gefährlichste Spielzeug.

    Der Mensch soll zur Freiheit erzogen werden und die Freiheit dient zur Erholung des Menschens: alles Andre ist Thorheit.

    Allzusüsse Früchte - die mag der Mensch nicht. Darum mag er die Freiheit; bitter ist auch noch die süsseste Freiheit.

    Im ächten Mensch ist ein Kind versteckt: das will spielen.

    Ein Spielzeug sei die Freiheit, rein und fein, dem Edelsteine gleich, bestrahlt von den Tugenden einer Welt, welche noch nicht da ist.

Anmerkungen:
*) D.h., ohne jegliches begrenzendes, vorgefasstes konzept; jegliches vorgefasste konzept würde den Geist in seiner Freiheit limitieren.

**) "Leben ist die Aktivität von dissipativen Strukturen, ihre Muster gegen den entropischen Strom der Auflösung zu bewahren, fortzupflanzen, und fortzuentwickeln."
-- Heidegger (2. Die primären Spannungsfelder) ; vielleicht verstehen ihn andere besser als ich, aber in diesem Erguss fand ich eine schlüssige Aussage zu Werden und Vergehen von Anaximandros:

    Der Ursprung der seienden Dinge ist das Unbegrenzte
    aus welchen die seienden Dinge ihre Entstehung haben.
    Dorthin findet auch ihr Vergehen statt, wie es gemäß der Ordnung ist,
    denn sie leisten einander Recht und Strafe für das Unrecht gemäß der zeitlichen Ordnung.

***) Diese Erwiderung auf Kants Pflichtbegriff könnte auch von Ayn Rand stammen; genau wie Steiner mochte sie Kant auch nicht. Als der ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt in den USA auf die Frage nach einer typisch deutschen Eigenschaft antwortete: "Dass er seine Pflicht erfüllt," entgegnete AR spontan und entrüstet: "Die Deutschen haben nichts aus ihrer Geschichte gelernt!"

****) Interessant ist, dass aufgrund des Eindrucks, den Darwin hinterliess, viele glauben, dass der erste Lebenskeim aus Schlamm und Energie irgendwie -sozusagen durch Zufall, oder sollte man es Unfall nennen?- entstand, denn:

    "Ich halte dafür, daß alle organischen Wesen, die je auf dieser Erde gelebt haben, von einer Urform abstammen, welcher das Leben vom Schöpfer eingehaucht wurde." -- quote Darwin aus seinem Hauptwerk, siehe Steiner, 1903

    was den berühmten Professor for 'Public Understanding' (Dawkins) nicht nur deshalb ziemlich dumm dastehen lässt, denn er verschwendet auch heute noch keine Minute seines Lebens alle sogenannten Kreationisten zu verdammen, wo doch Gino Segre (Nobelpreisträger in Physik, gestorben 1959) in A Matter of Degrees schon aufzeigte, dass die ersten Lebenskeime höchstwahrscheinlich mit einem Meteoriten auf die Erde kamen. Man findet auch heute noch solche Meteoriten in der Antarktis, wo sie leicht sichtbar sind, da dort pro Jahr nur 3cm Schnee fallen und wo die Keime sofort eingefroren werden, ... bis wir sie finden, wenn wir sie suchen. "Die Naturwissenschaftler haben den Menschen vergessen.", wie Paul Allen in The Time Is at Hand! erklärte.

*****) Zum Monismus - stichwortartig: Die dem Dienste der Vielheit der Hierarchien der Weltanschauung gegenüberstehende, synthetische, zusammenfassende Bewegung, die streng ausging von dem Monon, dem Monismus; Einheitsgott Monon, semitischen Ursprungs; Einheitssuche durch die Kraft des synthetischen Denkens.

    "Für den Monismus existieren keine prinzipiellen Erkenntnisgrenzen. Es kann zu irgendeiner Zeit dies oder jenes unaufgeklärt sein, weil wir zeitlich oder räumlich noch nicht in der Lage waren, die Dinge aufzufinden, welche dabei im Spiele sind. Aber was heute noch nicht gefunden ist, kann es morgen werden. Die hierdurch bedingten Grenzen sind nur zufällige, die mit dem Fortschreiten der Erfahrung und des Denkens verschwinden. In solchen Fällen tritt dann die Hypothesenbildung in ihr Recht ein. (Allerdings) Hypothesen dürfen nicht über etwas aufgestellt werden, das unserer Erkenntnis prinzipiell unzugänglich sein soll. Der Monismus oder die einheitliche Naturerklärung geht aus einer kritischen Selbstbetrachtung des Menschen hervor. Diese Betrachtung führt uns zur Ablehnung aller außerhalb der Welt gelegenen erklärenden Ursachen derselben. Wir können diese Auffassung aber auch auf das praktische Verhältnis des Menschen zur Welt ausdehnen. Das menschliche Handeln ist ja nur ein spezieller Fall des allgemeinen Weltgeschehens. Seine Erklärungsprinzipien dürfen daher gleichfalls nur innerhalb der uns gegebenen Welt gesucht werden. Der Monismus sucht also den Grund unserer Handlungen im strengsten Sinne des Wortes innerhalb der menschlichen Natur. Er macht dadurch den Menschen aber auch zu seinem eigenen Gesetzgeber, er macht ihn zum Herrn seiner selbst. Erst vom Standpunkte des Monismus aus können wir den Menschen als wahrhaft freies Wesen im ethischen Sinne auffassen."
    -- Zitat aus "Einheitliche Naturanschauung und Erkenntnisgrenzen" von Rudolf Steiner, 1892.

    "Der menschliche Geist kommt in Wahrheit nie über die Wirklichkeit hinaus, in der wir leben, und er hat es auch nicht nötig, da alles in dieser Welt liegt, was er zu ihrer Erklärung braucht. Wenn sich die Philosophen zuletzt befriedigt erklären mit der Herleitung der Welt aus Prinzipien, die sie der Erfahrung entlehnen und in ein hypothetisches Jenseits versetzen, so muß eine solche Befriedigung auch möglich sein, wenn der gleiche Inhalt im Diesseits belassen wird, wohin es für das erlebbare Denken gehört. Alles Hinausgehen über die Welt ist nur ein scheinbares, und die aus der Welt hinausversetzten Prinzipien erklären die Welt nicht besser, als die in derselben liegenden.
    -- Zitat aus PdF, p251

******) Der Pantheist Goethe, der deswegen der grosse Heide genannt wurde, wusste auch schon, was Kunst ist:

    "Ein astrales Ereignis, dessen Ursache in Vergessenheit geraten ist."
Baruch Spinoza (1632-1677), Rudolf Steiner, Albert Einstein und Carl Sagan waren auch Pantheisten.

*******) siehe dazu Steiners Erklärungen der Weisheit, die hinter diesem Gebet steht. Siehe "Das Vaterunser, eine esoterische Betrachtung", Berlin, 28-Jan-1907; in englisch: "The Lord's Prayer".

********)

    "It is known by very few, for example, that the secret of Nietzsche's style in Thus Spake Zarathustra lies in the fact that he imbibed certain poisonous substances which brought into play within him a particular rhythm, which is the distinctive style of this work.
    [...]
    We must understand what it means that Nietzsche should have imbibed certain poisons — a procedure not to be imitated — which substances work in such a way that they lead to an etherisation, an etherealised mode of experience in the human organism.
    This irradiates the thinking and produces what we find in Thus Spake Zarathustra. Intuition, on the other hand, is able to perceive the spirit-and-soul as such, separated from matter. Nothing of a material nature is at work in Intuition as described in the books Knowledge of the Higher Worlds and Its Attainment or in An Outline of Occult Science. Here we have two opposite poles of spiritual knowledge."
    -- quote from Rudolf Steiner, Lecture 13-Apr-1922

*********) Lucio Russo è nato nel 1940. A partire dal 1963, si è dedicato allo studio della psicoanalisi freudiana e poi quella junghiana; nel 1971, è stato uno dei fondatori del G.A.P.A. (Gruppo Autonomo di Psicologia Analitica) e, fino al 1982, ha pubblicato su "Il Minotauro" una decina di lavori. Nel 1972 ha incontrato Massimo Scaligero e, con la sua guida, ha intrapreso lo studio della scienza dello spirito di Rudolf Steiner. Dal 1993 al 1998 ha tenuto conferenze e corsi di studio presso la Società Antroposofica Romana. Ha collaborato alle riviste "Antroposofia" e "Kairòs". Oltre a varie dispense, ha pubblicato in forma privata: Dialoghi sulla libertà (1996), e in collaborazione con l'associazione culturale Source: Freud, Jung e Steiner (1996), Hypnos e Oneiros (1997) e Pensare il '900 (1998). Dal 2001 collabora con il sito "Osservatorio Scientifico Spirituale".


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